Hast du schon mal etwas von Treppentüten gehört? Ich weiß gar nicht, ob es dieses Wort überhaupt gibt. Ich weiß aber, dass zwei solche Tüten seit Jahren bei uns am Treppenaufgang hängen. Bevor ich diese dorthin gehängt habe, gab es nämlich folgendes Problem: Meine Kinder waren im Kindergartenalter und gefühlt gab es immer irgendwelche Kleinigkeiten, die fast täglich in unser Zuhause gekommen sind oder kleine Spielsachen, die überall herumlagen. All diese Dinge habe ich damals schön auf die Treppe gelegt, und gehofft, dass sie jemand – idealerweise die Kinder – mit nach oben nimmt. Wäre auch zu schön gewesen, wenn das geklappt hätte. Aber auch mir ist es schwergefallen, diese vielen Kleinteile hoch zu tragen und so bin auch ich gerne daran vorbei gelaufen. Im Gegensatz dazu, waren große Gegenstände – beispielsweise der Wäschekorb – nie ein Problem. Die Kleinteile hätte man allerdings erst einmal einsammeln müssen und hoffen, dass sie einem nicht runterfallen. Außerdem hatten sie noch gar keinen eindeutigen Platz, so dass sie häufig oben nur schnell zwischengelagert werden konnten.

Es musste also eine Lösung her: Treppentüten!

Für jedes Kind gab es deshalb eine eigene schöne Papiertüte. Diese hatte ich an einen Karabinerhaken gehängt, den ich mit einem Band am Treppengeländer befestigt hatte. Durch den Karabinerhaken konnte man die Tüte leichter ab- und wieder aufhängen. Mein Plan war, dass die Kinder alle paar Tage die Tüte mit in ihr Zimmer nehmen, alle Dinge aufräumen und die Tüte wieder zurück hängen. Die Papiertüte hätte ich ausgetauscht, wenn sie nach einiger Zeit nicht mehr schön aussehen sieht. Ich war etwas skeptisch und wollte es einfach mal testen.

Zu meiner großen Überraschung hat es prima funktioniert.

Wenn ich das Erdgeschoss aufgeräumt habe, habe ich die vielen kleinen Teile die rumlagen einfach in die Tüten verteilt. Große Spielsachen waren übrigens nie ein Problem. Da hatten die Kinder schon früh gelernt, dass diese regelmäßig zurück an den Platz geräumt werden. Die Treppenstufen waren ab dann immer frei und ich war wirklich überrascht, wieviel in diese Tüten reinpasst. Auch waren die Teile nie so schwer, dass die Tüten duschgehängt oder gerissen sind. Die Kinder haben auch nicht – wie eigentlich geplant – alle paar Tage die Tüte geleert, sondern wirklich nur alle paar Wochen. Ich habe sie ihnen einfach in deren Kinderzimmer gelegt und gesagt, sie sollen sie mal ausräumen. Es war so schön, zu hören, wie sie sich begeistert über jedes einzelne Teil gefreut haben und wieder damit gespielt haben. Wie Geburtstag und Weihnachten zusammen. Wirklich klasse!

Mittlerweile sind meine Kinder schon viel größer, es kommen gar nicht mehr so viele neue Gegenstände dazu und ihre Spielsachen tragen sie meist nicht mehr durch das Haus. So lege ich immer weniger Dinge in die Tüten. Demnächst werde ich die Tüten ein letztes Mal bei meinen Kindern ins Zimmer stellen und sie dann – nach fünf Jahren – nun doch abhängen. Da es immer noch die ersten Tüten sind, passt das Kindermotiv auch schon seit längerem nicht mehr.

Interessiert es dich, wie genau die Tüten an unsere Treppen aussehen? Dann komm in meine Facebookgruppe. Dort findest du einige Fotos dazu. Ich freue mich auch, wenn du mir deine Erfahrungen mit Gegenständen auf der Treppe mitteilst.